Süß statt bitter – Orangen aus Süditalien

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Projektbeschreibung
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Rezeptideen
Viel Spaß beim Nachkochen der Rezepte und guten Appetit.
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Rosarno, die Kleinstadt in Kalabrien, in der Nähe der Stiefelspitze Italiens, ist eigentlich ein Paradies auf Erden. Dort wachsen Orangen, Zitronen, Grapefruits und Mandeln. Die scheinbar paradiesischen Zustände hören aber auf, wenn man in die Unterkünfte der Arbeiter kommt, die die Früchte aus der Sonne Italiens ernten. Die Erntehelfer hausen in Ruinen stillgelegter Fabriken, zusammengepfercht und unter erbärmlichen Bedingungen. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal.

In der Zeit von November bis April helfen zumeist afrikanische MigrantInnen den Kleinbauern bei der Ernte. Die Kleinbauern stehen unter dem Preisdruck ihrer Abnehmer wie Supermarktketten oder multinationale Konzerne. Sie diktieren den Bäuerinnen und Bauern die Preise, die nicht einmal die Produktionskosten decken Deshalb haben sie nur zwei Möglichkeiten: entweder die Früchte auf den Bäumen verfaulen zu lassen oder die Tagelöhner*innen auszubeuten. Überall in Südeuropa malochen Migrant*inneren für Hungerlöhne auf Obst- und Gemüseplantagen. Die moderne Sklaverei ist eine Folge des globalen Wettbewerbs.

Doch in Rosarno entstand eine Keimzelle des Widerstands: Eine Gruppe von Aktivist*innen, Landwirt*innen und Tagelöhner*innen gründeten den Verein „SOS Rosarno". Die Landwirt*innen verpflichten sich, ihren Arbeiter*innen Tariflöhne zu zahlen, sie mit regulären Arbeitsverträgen zu beschäftigen und ausschließlich Öko-Landbau zu betreiben. Der Verein SOS Rosarno wiederum organisiert den Vertrieb an kleine Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums.

 

 

 

Erstmalig 2020 wurde durch die Ev. Kirche in Westfalen und das Bistum Münster zu einer Sammel-Bestellaktion aufgerufen, bei der Interessierte frische Orangen in Bio-Qualität bestellen konnten. Die Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Kreise im Stadtkomitee der Katholiken in Recklinghausen und die Steuerungsgruppe „Fair-Trade-Stadt Recklinghausen“ schlossen sich damals spontan der Aktion an. Innerhalb nur weniger Tage wurden für Recklinghausen 900 kg der süßen Früchte bestellt, die direkt vom Anbieter unter Umgehung des Zwischenhandels beim Endverbraucher landeten. Dieses großartige Ergebnis soll für 2021 übertroffen werden, so hoffen die beiden Organisationen, die auch in diesem Jahr für die Durchführung der Orangen-Aktion verantwortlich zeichnen. Das sollte auch möglich sein, da in diesem Jahr Nikolaus- oder Weihnachtsfeiern in Vereinen, Firmen und Verbänden wieder möglich sind. Aber auch Privatpersonen können bestellen: Die Mindestabnahmemenge ist eine Kiste mit 10 kg. Das sind ca. 30 Orangen. Die Früchte können bis zum 13. November 2021 per Mail bestellt werden. Abholort und Abholdatum werden den Bestellern zu gegebener Zeit mitgeteilt.

 

Björn Schmidt-Freistühler: bj-schmidt@t-online.de

 

Maria Voß:                          info@ageineweltrecklinghausen.de